Kompetenzmodell für das Anleiten musikalischer Gestaltungsprozesse

Impuls 1·5

Strukturierung prozessinitiierender Aufgabenstellungen

Aufgaben sind die Transmissionsriemen zwischen dem Lerngegenstand, den sie repräsentieren, der Lehrperson, die die Aufgaben stellt und den Schüler·innen, die sie bearbeiten. Die Auswahl und Aufbereitung prozessinitiierender Aufgabenstellungen berücksichtigen folgende fachdidaktische Dimensionen.

a. Anregung

  • Offenheit – Geschlossenheit der Aufgabenstellungen
    Bestimme den Freiheitsgrad der Aufgaben. Offene Aufgabenstellungen enthalten eher assoziative Vorgaben (z. B. freie Bildvertonung), geschlossene Aufgabenstellungen enthalten eher formale Vorgaben (z. B. Komposition mit nur drei Tönen).
  • Differenziertheit von Wissen und Können der Schüler·innen
    Erkunde die musikalischen Vorkenntnisse der Schüler·innen, z. B. hinsichtlich Notenkenntnisse und instrumentaler Fertigkeiten, und integriere dieses ausserschulische Wissen und Können in den Unterricht.
  • Prozess – Produktorientierung des Produktionsprozesses
    Bestimme die gestalterische Arbeitsweise: Experimentierend-improvisierende Handlungen (z.  B. Spielen mit Klängen) erkunden Spielmöglichkeiten (Divergenz), zielgerichtete Handlungen (z. B. sich wiederholende Übungen) avisieren reproduzierfähige Produkte (Kongruenz). 

b. Reflexionsfragen

  • Wie wird der Einstieg in die Unterrichtssequenz gestaltet?
  • Welche Inputs und Aufgabenstellungen sensibilisieren und motivieren?
  • Welche Veranschaulichungen, Modelle oder Unterrichtsmedien werden verwendet?
  • Wie lauten die konkreten Auftragsformulierungen bzw. Arbeitsanweisungen?