Kompetenzmodell für das Anleiten musikalischer Gestaltungsprozesse
Impuls 1·13
Hinwendung von Produktorientierung zu Prozessorientierung
Prozesshaftigkeit als Merkmal von Musik-Erfinden und Musik-Gestalten, sowohl als fachlichem Gegenstand als auch als Lerngegenstand, liegt in der Natur der Sache.
Während Produktorientierung die Fokussierung eines Ziels am Ende eines Lernprozesses meint (z. B. die Aufführung eines Werkes), so bedeutet Prozessorientierung die Fokussierung auf Tätigkeiten während des Lernprozesses: Instrumente ausprobieren, im Ensemble spielen, eigene Ideen entwickeln, selbständig Projekte erarbeiten, sich mit praktischen ästhetischen Fragen auseinandersetzen, kompositorische Entscheidungen treffen. Auch eine Bewertung der Schülerarbeiten berücksichtigt demnach Ideenreichtum, insistentes Schaffen, Verarbeitungstiefe, Interaktionen, Teamarbeit, Eigenständigkeit von Lernwegen und Lösungen.
a. Anregung
Lernprozesse sind mindestens so wichtig wie Lernresultate. Die Lehrperson steuert nicht primär musikalische Produkte an, sondern öffnet Freiräume für eigengestalterische Aktivitäten. Sie ermöglicht dadurch den Schüler·innen eigene Lernwege.
b. Reflexionsfrage
- Variieren deine prozessinitiierenden Aufgabenstellungen den Grad der Selbststeuerung (Lerntempo, Lernort, Arbeitsform, Inhalte, Ziele) und Selbstkonstruktion (enge, halb offene und offene Aufgabenstellungen)?