Kompetenzmodell für das Anleiten kreativer Lernprozesse
Impuls 1·13
Hinwendung von Produktorientierung zu Prozessorientierung
Prozesshaftigkeit als Merkmal von Erfinden und Gestalten, sowohl als fachlichem Gegenstand als auch als Lerngegenstand, liegt in der Natur der Sache.
Während Produktorientierung die Fokussierung eines Ziels am Ende eines Lernprozesses meint (z. B. die Aufführung eines Werkes oder die Lösung einer Aufgabe), so bedeutet Prozessorientierung die Fokussierung auf Tätigkeiten während des Lernprozesses: ausprobieren (z. B. Lösungswege oder Materialien), in der Gruppe arbeiten, eigene Ideen entwickeln, selbständig Projekte erarbeiten, sich mit praktischen ästhetischen Fragen auseinandersetzen, fachliche Entscheidungen treffen. Auch eine Bewertung der Schülerarbeiten berücksichtigt demnach Ideenreichtum, insistentes Schaffen, Verarbeitungstiefe, Interaktionen, Teamarbeit, Eigenständigkeit von Lernwegen und Lösungen.
a. Anregung
Lernprozesse sind mindestens so wichtig wie Lernresultate. Die Lehrperson steuert nicht primär Produkte an, sondern öffnet Freiräume für eigengestalterische Aktivitäten. Sie ermöglicht dadurch den Schüler·innen eigene Lernwege.
b. Reflexionsfrage
- Variieren deine prozessinitiierenden Aufgabenstellungen den Grad der Selbststeuerung (Lerntempo, Lernort, Arbeitsform, Inhalte, Ziele) und Selbstkonstruktion (enge, halb offene und offene Aufgabenstellungen)?