Online Lerneinheit Stellwerk

Stellwerk auswerten

Die Resultate von Stellwerk sind ausschliesslich förderorientiert zu verwenden. Lehrpersonen dürfen keine Noten daraus generieren. Stattdessen weisen die Resultate darauf hin , welche Kompetenzen die Lernenden in der 3. Sek vertiefen sollten, um optimal auf die Lehre in ihrem Wunschberuf vorbereitet zu sein.

Vor dem Standortgespräch mit den Eltern bespricht die Lehrperson die Ergebnisse mit jeder Schülerin und jedem Schüler einzeln. Manchmal brauchen die Jugendlichen etwas Zeit, um die Resultate zu verstehen. Die Lehrperson erklärt und unterstützt dabei.

Abweichende Resultate

In seltenen Fällen weichen die Resultate von Stellwerk stark ab von der Einschätzung der Lehrperson bzw. den Zeugnisnoten. Bei Abweichung ist zu prüfen, ob die Unterschiede sachlich begründbar sind:

Stellwerk prüft nur ausgewählte Kompetenzen: nämlich diejenigen, die sich gut am Computer testen lassen (vor allem reproduktive und rezeptive Kompetenzen). Produktive Kompetenzen können nur im Modul Texte schreiben erfasst werden.

Beispiel: Ein Schüler hat Mühe, sich im Französischunterricht mündlich auszudrücken. Allerdings ist er im Hören und Lesen stark und beherrscht auch die Grammatik. 

Das Stellwerk Resultat dürfte für diesen Schüler besser als die Beurteilung der Lehrperson ausfallen, welche in der Zeugnisnote die mündliche Ausdrucksfähigkeit mitbewertet. 

Stellwerk prüft sämtliche Inhalte aus dem 3. Zyklus (1., 2. und 3. Sek). Die Beurteilung der Lehrperson im Zeugnis bezieht sich hingegen ausschliesslich auf das vergangene Semester mit den von ihr gesetzten Lernzielen.

Beispiel: Einer Schülerin liegt in Mathematik «Proportionalität» sehr. An den Prüfungen schneidet sie ausgezeichnet ab und entsprechend erzielt sie im Semesterzeugnis eine sehr gute Mathematik Note. Stellwerk dagegen prüft auch Gleichungen und Gleichungssysteme, womit die Schülerin deutlich mehr Mühe hat.

Daher fällt für diese Schülerin das Resultat von Stellwerk schlechter aus als die Beurteilung der Lehrperson. 

An der Normierung waren Schülerinnen und Schüler aus SG und aus ZH beteiligt. Teilweise unterscheiden sich die Lektionentafeln und die Schulstrukturen, was zu Abweichungen der Durchschnittswerte führen kann.

Beispiel: Das Langgymnasium ist in St. Gallen kaum verbreitet. Einige ausnehmend leistungsstarke Schülerinnen und Schüler haben daher in St. Gallen an der Normierung innerhalb der Sekundarschule teilgenommen. Diese Schülerinnen und Schüler besuchen in Zürich häufiger das Langgymnasium. 

Dieser Sachverhalt beeinflusst die Durchschnittswerte der Normierung. 

Falls die Differenz nicht sachlich begründbar ist, bietet sich für die Lehrperson eine Gelegenheit, die eigene Beurteilungspraxis zu reflektieren. Stellwerk ist ein Mosaiksteinchen, das darauf hinweisen kann, dass die Beurteilung möglicherweise verzerrt ist. Insbesondere treten manchmal Referenzfehler auf, wenn Lehrpersonen mehrere Jahre lang nur eine einzige Klasse als Referenzpunkt haben. Eine ausführliche Liste mit Beurteilungsverzerrungen findet sich in der Broschüre «Beurteilen und Fördern B&F für kompetenzorientierten Unterricht» auf Seite 60.